Theater GegenStand e.V.

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Give a Boy a Gun in der Presse

"Give a boy a gun" feiert Premiere
(Rezension in der OP am 5.3.05, Artikel von Stine Eckert)

Give A Boy A Gun

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Michael Klemm

Marburg. Die Premiere in der Waggonhalle war überaus gelungen. Das für Schüler konzipierte englischsprachige Stück "Give a Boy a Gun" (Gebt dem Jungen ein Gewehr) beeindruckte die rund 90 Zuschauer.

Schwarze Stoffbahnen verdecken teilweise eine grell bestrahlte Mauer. Ein Mädchen im roten Rock tanzt davor. Gemurmel, Lachen und Musik dringen aus dem Hintergrund. Plötzlich zwei Schüsse; die Lichter gehen aus. Es folgen Geschrei, Verwirrung und Panik. Die Zuschauer sind mitten im Geschehen, müssen sich die Schießereien der Schüler Brendan und Gary minutenlang im Taschenlampengeflacker ansehen.

So wie die ersten Szenen eher im Dunkeln liegen, so liegen auch die Gründe für die unglaubliche Tat, die symbolisch für die Schulmassaker in Erfurt (2002) und Littleton (1999) steht, noch immer im Dunkeln. Das Drama versucht mal laut, mal leise die vielen Puzzleteile, die wohl zu der Tat beigetragen haben, zusammen zu tragen.

Schon im Hinblick auf Aufführungen im Klassenzimmer hat Regisseurin Karin Winkelsträter die sparsamen Requisiten ausgesucht. Boxen dienen als Schreibtisch oder Brückenpfeiler, blaue Neonröhren simulieren Monitore. Auch diese einfache Ausstattung mit großer Wirkung hat Zuschauerin Marianne Kahl beeindruckt: "Das Stück hat mir sehr gut gefallen, auch weil hier drei Leute so viele Rollen so eindeutig rüberbringen".

Michael Klemm ging in der Darstellung des aggressiven Brendan voll auf, spielte aber auch gekonnt einen nüchternen Lehrer. Die besondere Herausforderung, Opfer und Aggressor abwechselnd zu geben, gelang Matt Dressler eindringlich: einerseits als protziger Footballspieler, andererseits als depressiver, zerbrechlicher Gary.

Inga Berlin, die einzige im Team mit einer richtigen Schauspielausbildung, spielte souverän vier äußerst verschiedene Charaktere.

"Es war sehr intensiv. Das Stück zieht einen einfach in seinen Bann", resümierte eine junge Zuschauerin. Dazu hat wohl auch die Musik beigetragen, die die jeweilige Stimmung wunderbar verdeutlicht hat.

In der Diskussion hinterher war sich das Publikum einig: "Give a Boy a Gun" sei ein ausgezeichnetes Stück für das Klassenzimmer. Schüler im Publikum bestätigten, dass sie auch das Englisch gut verstanden hätten.

Auch Regisseurin Karin Winkelsträter war sehr zufrieden: "Das hat alles richtig gut geklappt", strahlte sie.

Nur eines hat bei der Premiere nicht geklappt: Professor Ulrich Wagner, Friedens- und Konfliktforscher, musste seinen Kurzvortrag "Jugendliche und Gewalt" wegen eines Bandscheibenvorfalls kurzfristig absagen.
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Abdruck mit freundlicher Genehmigung der Oberhessischen Presse

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