Theater GegenStand e.V.


Sa. 1.7., 20 Uhr / So. 2.7. 18 Uhr / Mo. 3.7. 11 und 18 Uhr
g-werk

ACTeasy - Gruppe Nachtsicht
Auf Messers Schneide
frei nach dem Roman "Lord of the Flies" von William Golding


"Der Mensch ist ein Abgrund, es schwindelt einem, wenn man in ihm hinabblickt." (aus "Woycek" von Georg Büchner)

"Die Gesellschaft ist ihrem Wesen nach kriminell, wenn es anders wäre, würde es sie nicht geben. Egoismus hält alles aufrecht - absolut alles - alles, was wir hassen, alles was wir lieben." (Joseph Conrad; zitiert nach Gerhard Roth, Der Plan)

"Es gibt wenige böse Menschen, und doch geschieht so viel Unheil in der Welt; der größte Teil dieses Unheils kommt auf Rechnung der vielen, vielen guten Menschen, die nichts weiter als gute Menschen sind." (Johann Nepomuk Nestroy)

Nach einem Flugzeugabsturz findet sich eine Gruppe Jugendlicher auf einer unbewohnten Insel im Pazifischen Ozean wieder. Zunächst meinen sie, im Paradies zu sein, doch schon bald bedrohen Konkurrenz- und Machtkämpfe den Frieden.

Das berühmteste Werk des Nobelpreisträgers William Golding zeigt gleich einer Fallstudie, wie zerstörerisch sich die triebhafte Seite des Menschen und seine potentielle Gewaltbereitschaft auswirken kann, wenn gesellschaftliche Normen und Tabus außer Kraft gesetzt sind. Die Kindheit erscheint nicht mehr im Zustand der Unschuld, sondern spiegelt in grotesker Verfremdung Handlungs- und Verhaltensmuster Erwachsener wieder.

Der Autor selbst bezeichnete sein Werk als Versuch "die Gebrechen der Gesellschaft auf die Gebrechen der menschlichen Natur zurückzuführen. Die Schlussfolgerung ist, dass der Zustand der Gesellschaft vom sittlichen Bewusstsein des einzelnen abhängt und nicht von irgendeinem politischen System, mag es noch so logisch oder ehrbar erscheinen."

Hier bleibt zu ergänzen, dass dieser Mensch eben nicht ohne das System, in dem er lebt, zu denken ist. Ob es also wirklich die menschliche "Natur" ist oder die Umstände, in denen sich diese Natur entwickelt, darüber gab es auch bei uns Diskussionen.

Dies ist die erste größere Produktion der völlig neu zusammengefundenen Gruppe NachtSicht, in der sehbehinderte und blinde Schüler der Blista aus den Jahrgangsstufen 6 bis 11 mitspielen. Die Probenarbeiten sind für eine so junge und neue Gruppe erst einmal ein Zusammenwachsen, das Thema des Stoffes hat sie interessiert, das Stück spricht Dinge an, die aus dem eigenen Leben bekannt sind.

Es spielen: Andreas Göller, Anna Schneider, Anne Klein, Björn Peters, Denise Gatzweiler, Florida Becherowska, Jenny Mai, Jens Sakèlsek, Jonathan Wollenberg, Katharina Faschinger, Ricarda Ramünke, Sophia Neises, Sophie Heidemann




"Der Mensch, weder zum Guten noch zum Bösen festgelegt, ist lernfähig und vernunftfähig. Daher ist Demokratie möglich. Er ist fehlbar, kann irren und in Unmenschlichkeit zurückfallen. Darum ist Demokratie nötig." (Grundsatzprogramm der SPD 1989)