Systemverdichtung

Zu Gast bei Theater GegenStand

Die Termine:
Mi 04.07.2018 / 20:00 Uhr / Bühne 2 

Mi 05.09.2018 / 20:00 Uhr / Bühne 2 
Mi 07.11.2018 / 20:00 Uhr / Bühne 2 


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

„Bäume und Wahrnehmung“

 

Die vierte Systemverdichtung läuft unter dem Motto "Bäume und Wahrnehmung". Bäume sind für mich ein wesentlicher Bestandteil meiner Wahrnehmung. Sind keine in der Nähe, fühle ich mich schutzlos und unruhig. Muss ich meine Gedanken ordnen, gehe ich in den Wald. Durch den Strom des Konsums lassen wir uns treiben und nehmen fast nur noch wahr, was man uns vorsetzt. Stopp damit, lasst uns gemeinsam einen Abend verbringen, an dem wir nur wahrnehmen, was wir selbst erschaffen. Diesmal geilen Rap und Rabautz, Sänger und Seifenblasen, Texte und Talente satt. Mit Spezialverdichtung. Eine Torte, eine Wahl.

 

Idee:
Michael Heuser
mit:
Nina Firl, Torben Schmidt, Felix Schepers, Christian Hoffmann
und anderen

Eintritt:
frei



Die Systemverdichtung ist ein selbst organisierter Bühnenbaukasten. Wir möchten Platz bieten, wo sich jeder mal auf der Bühne ausprobieren kann, unabhängig von der Art des Ausdrucks und ohne Anspruch an Perfektion.

 

Wir wollen nicht hören, wie gut dein Satzbau ist, wir wollen hören, was deine Meinung ist. Wir wollen nicht perfekte Bewegungen oder Tanz sehen. Nein, wir wollen sehen, wie ihr mit Herz und Seele dabei seid. Wir wollen sehen, was ihr liebt.

 

Bei uns kannst du Bilder, Texte, Skulpturen, Tanz, und alles, was du machst, liebst oder zeigen willst, präsentieren. Oder kannst du gut Menschen vorstellen? Dann moderiere doch mal. Hast du ne Deko Idee? Bring dich ein.

 

In der heutigen industrialisierten Gesellschaft wird der Mensch immer mehr zur Nummer oder zum Rädchen. Man kann sich selbst kaum noch ausprobieren, weil man ja stupide einen Plan ausführen muss.

 

Deswegen finden wir es wichtig, Platz zum Ausprobieren im kulturellen Rahmen zu schaffen.

 

Des Weiteren liegt uns am Herzen, dass niemand ausgeschlossen wird und wir Freiheit gemeinsam zelebrieren können.

 

Dazu gehört, dass der Eintritt frei ist. Dieser Vorsatz wurde beim Wachsen zum Problem. Kosten sind aufgetaucht, trotzdem konnten wir sie nicht einfach als Eintritt umlegen, denn nur 1 € sind zu viel, wenn man gerade pleite ist. Aber wir wollten doch niemanden ausschließen.

Von dem gemeinschaftlichen Gedanken abgesehen, hat die Systemverdichtung persönliche Noten bekommen. Fange ich mal mit mir an. Ich bin der Michael und der Systemhäuptling. Hach, ich bin in dem Baukasten einfach zuhause und probiere ständig neue Sachen aus. Ich bastle die Deko und die Platzhalter für Spenden. Das war auch meine Lösung für das finanzielle Problem. Ich habe Zauberstäbe gebastelt, habe ihnen Namen und Charakterzüge verpasst und sie gegen Spenden dann rausgegeben. Der Felix, unser Show-Praktikant, hat sie dann getauscht und das Geld angenommen. Der Job war auch nicht so schwer, da die Preisverhandlungen zwischen Käufer und Zauberstab geführt werden und er nur noch danke sagte. Aber das machte er unglaublich gut. Er provoziert ganz gern mal mit seinen Auftritten und zelebriert die Anarchie. Selbst Kopfschütteln ist für ihn Applaus und er hegt gar nicht erst den Anspruch, von jedem verstanden zu werden.

 

Nina, unser Ausnahme-Talent, verstört ebenso gerne wie sie reimt und beides schafft sie mit ihren rabenschwarzen Gedichten immer wieder hervorragend. Sie beschreibt die Welt voller Schönheitswahn und Ausgrenzung gekonnt überspitzt, so dass sie es schafft, witzig Missstände aufzuzeigen.

 

Torben ist unser korrekter Aufklärer, der sich gerne mit Kabarett mitteilt und Songtexte während der täglichen Fahrt zur Arbeit umtextet. Außerdem hat er unser Problem mit der Finanzierung dadurch gelöst, dass er einen neuen Standort für uns suchte. Beim Jugendhaus Compass allerdings fand ich trotz aller Vorzüge, die wir dort haben, dass die Systemverdichtung selbst organisiert werden kann, dann kann sie auch selbst durch uns finanziert werden.

 

Freiheit heißt halt auch immer Selbstverantwortung.

 

Aber da wir ja möglichst vielen unterschiedlichen Menschen die Möglichkeit bieten wollen, sich auszuleben, haben wir einfach eine zweite Show geschaffen, gleicher Grundgedanke, aber ganz andere Umsetzung. Torben ist dort der Häuptling und geht in seiner Aufgabe auf.

 

Unser neuestes Mitglied Christian möchte Menschen mit Menschlichkeit erreichen. Seine Texte sind vielseitig und schauen auf Teile des Lebens, wo andere lieber nicht hinschauen.

 

Viele tolle Künstler unterstützen uns durch das, was sie einbringen und wir versuchen daraus eine Show zu weben. Und der Spaß daran steht im Vordergrund.

 

Wir sind sehr unterschiedlich und das macht uns aus. Hitzige Diskussion und viel Lachen begleiten unsere Shows und unsere Treffen.